Glossar

Rasenmähroboter Glossar: RTK, LiDAR, AWD, IP-Schutz und Steigung

Die wichtigsten Fachbegriffe kurz erklärt, mit Fokus darauf, was sie für die Kaufentscheidung wirklich bedeuten.

Rasenmähroboter Ratgeber zu Navigation, Steigung und Zubehör

Ratgeber Rasenmähroboter

Fachbegriffe gruppiert, scanbar und kaufrelevant

RTK, LiDAR, AWD, IP66, Mulchmähen, Lift-Sensor — Mähroboter-Prospekte strotzen vor Fachbegriffen. Dieses Glossar erklärt alle kaufrelevanten Begriffe strukturiert nach Thema, damit du Herstellerversprechen selbst einordnen und Modelle sicher vergleichen kannst.

Mähroboter im Garten mit RTK-Antenne, LiDAR-Erfassung, Begrenzungskabel und Navigationssignalen

Navigation

RTK, LiDAR und Vision AI erklären, wie präzise der Roboter den Garten versteht.

Navigation

Die Navigationstechnologie bestimmt, ob ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel arbeiten kann — und wie präzise er dabei an Beeträndern, Hindernissen und Steigungen bleibt. Wer die Unterschiede zwischen RTK, LiDAR und Vision AI kennt, versteht sofort, warum Modelle mit gleicher Preisklasse im Garteneinsatz so unterschiedlich abschneiden.

GNSSGlobal Navigation Satellite System

Navigation

Der Oberbegriff für alle satellitengestützten Navigationssysteme — GPS ist das bekannteste, aber nicht das einzige.

GNSS bezeichnet alle Systeme, die Positionen über Satellitensignale bestimmen: das amerikanische GPS, das europäische Galileo, das russische GLONASS und das chinesische BeiDou. Mähroboter empfangen gleichzeitig Signale mehrerer Systeme — das verbessert Verfügbarkeit und Robustheit, besonders in Gärten mit Bäumen oder hohen Hecken, die Signale abschatten. Standard-GNSS allein ist für Mähroboter zu ungenau (Abweichung 3–10 m). Deshalb kombinieren alle kabellosen Premiummodelle GNSS mit einem Korrektursystem wie RTK, das die Genauigkeit auf 2–3 cm verbessert. Bei Kaufvergleichen ist nicht entscheidend, welches Satellitensystem genutzt wird, sondern welches Korrektursystem dazukommt.

RTKReal-Time Kinematic

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GPS-Präzisionsverfahren mit Zentimeter-Genauigkeit — der entscheidende Unterschied zu Standard-GPS für sauberes Mähen an Rändern.

RTK korrigiert die inhärente Ungenauigkeit von Standard-GNSS (3–10 m) auf typischerweise 2–3 cm, indem es Satellitensignale in Echtzeit mit einer bekannten Referenzposition vergleicht. Die Korrekturdaten kommen entweder von einer eigenen Antenne im Garten (Lokale RTK) oder aus einem öffentlichen Mobilfunknetz (Network RTK). Diese Präzision ist kaufentscheidend: Nur mit RTK kann ein Mähroboter ohne Begrenzungskabel zuverlässig bis auf wenige Zentimeter an Beetränder, Wegplatten und Rasenkanten heranmähen — ohne immer wieder denselben Streifen zu überspringen oder in Beete zu fahren. Die meisten kabellosen Premiummodelle nutzen eine RTK-Variante — LiDAR-Modelle navigieren dagegen ohne RTK, aber mit vergleichbarer Randgenauigkeit (Segway Navimow i208 LiDAR, Dreame A1 Pro).

Lokale RTK

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RTK mit eigener Referenzantenne im Garten — vollständig netzunabhängig, aber mit einmaligem Installationsaufwand.

Bei lokaler RTK sendet eine fest installierte Antenne (meist auf Pfahl oder Gebäude montiert) kontinuierlich Korrektursignale an den Mähroboter. Das System arbeitet vollständig ohne Internetverbindung: Auch bei WLAN-Ausfall, Mobilfunklücken oder Stromausfall des Routers navigiert der Roboter korrekt weiter. Der Nachteil ist der einmalige Installationsaufwand: Antennenposition wählen, montieren, Sichtverbindung zum Himmel sicherstellen und Kalibrierung abschließen — das dauert typischerweise 30–60 Minuten. Lokale RTK ist die robustere Lösung für große Gärten oder Standorte mit schlechter Mobilfunkabdeckung. Beispielmodell: ECOVACS GOAT O600 RTK.

Network RTK

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RTK über öffentliches Korrekturnetzwerk — keine Antenne im Garten nötig, aber abhängig von WLAN oder Mobilfunk.

Network RTK bezieht seine Korrektursignale nicht von einer eigenen Antenne, sondern aus einem landesweiten Referenznetzwerk — in Deutschland zum Beispiel SAPOS (Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung). Der Vorteil: kein Antennenmast im Garten, schnellere Inbetriebnahme, weniger Installationsaufwand. Der Nachteil: Das System setzt eine stabile Internetverbindung (WLAN oder 4G-Modul) voraus. Bricht die Verbindung ab, kann der Roboter seine Position nicht mehr präzise korrigieren und fährt in der Regel eigenständig zur Ladestation zurück. Für Gärten mit gutem WLAN-Empfang bis in die Randbereiche ist Network RTK praktisch und zuverlässig. Beispielmodelle: Segway Navimow i205 AWD, MAMMOTION LUBA mini AWD 800.

LiDARLight Detection and Ranging

Navigation

Laserbasierte 3D-Kartierung der Umgebung — keine Antenne, keine Cloud, funktioniert auch bei Dunkelheit.

LiDAR sendet tausende Laserpulse pro Sekunde und misst deren Laufzeit bis zur Reflexion. Aus diesen Entfernungsdaten erstellt der Roboter eine präzise Karte seines Umfelds — Zäune, Beete, Häuserwände und Hindernisse werden als feste Referenzpunkte erkannt. Der Vorteil gegenüber RTK: kein Satellitensignal nötig, kein Antennenmast, keine Cloud-Abhängigkeit. LiDAR funktioniert bei Dunkelheit, Bewölkung und Regen gleich gut wie bei Sonnenschein. Der Nachteil: Sehr offene Gärten ohne klare Strukturen (nur Rasen, kein Zaun) liefern der Karte weniger Ankerpunkte — die Positionierung kann dort weniger präzise sein als bei RTK. Beispielmodelle: Segway Navimow i208 LiDAR, Dreame A1 Pro.

Vision AI

Navigation

KI-gestützte Kameranavigation — erkennt Hindernisse zuverlässig, aber für alleinige Flächennavigation zu ungenau.

Vision AI nutzt Kameras in Kombination mit neuronalen Netzen, die auf Tausenden Gartenbildern trainiert wurden, um Hindernisse wie Gartenstühle, Spielzeug, Hunde oder Beete zu erkennen. Als alleiniges Navigationssystem ist Vision AI zu ungenau für präzises Randmähen: Ohne Positionsreferenz weiß der Roboter nicht millimetergenau, wo er sich auf der Karte befindet. In der Praxis wird Vision AI deshalb immer mit einem Positionierungssystem kombiniert: WORX Landroid Vision WR306E mit Cloud RTK, Dreame A1 Pro, Segway Navimow i208 LiDAR mit LiDAR. Als Ergänzung verbessert Vision AI die Hinderniserkennung erheblich; als Hauptnavigation ist es kein Ersatz für RTK oder LiDAR.

Mähroboter an einem Hang mit markierter Rasenfläche und Messpunkten

Antrieb & Mähtechnik

Steigung, Fläche und Schnittwerte entscheiden über die passende Modellgröße.

Antrieb

Ob ein Mähroboter eine Steigung sicher meistern kann, hängt nicht allein von der angegebenen Gradzahl ab — Antriebsart, Bodenbelag und Witterung spielen ebenfalls eine Rolle. Wer AWD und 2WD richtig einordnet, vermeidet die häufigste Fehlkalkulation beim Kauf für hügelige Gärten.

AWDAll-Wheel Drive

Antrieb

Allradantrieb — alle vier Räder werden aktiv angetrieben, deutlich mehr Traktion auf Steigungen und weichem Boden.

Bei AWD-Modellen treiben Elektromotoren alle vier Räder gleichzeitig an. Das verdoppelt effektiv die Antriebsfläche gegenüber 2WD-Modellen und verhindert Durchdrehen einzelner Räder bei nasser Erde, Moos oder steilen Hängen. In der Praxis bedeutet das: AWD-Modelle schaffen Steigungen von 45 % (≈ 24°) zuverlässig, die ein vergleichbarer 2WD-Roboter bei feuchtem Boden nicht mehr sicher bewältigt. AWD bedeutet außerdem mehr Motorgewicht und etwas höheren Energieverbrauch. Für Gärten mit Steigungen über 25 % oder regelmäßig feuchtem Untergrund (Schattenlage, Lehmboden) ist AWD die richtigere Wahl, nicht nur die teurere. Beispiele: Segway Navimow i205 AWD, MAMMOTION LUBA mini AWD 800.

2WDTwo-Wheel Drive

Antrieb

Zweiradantrieb — nur die Hinterräder werden angetrieben. Für flache bis mäßig geneigte Gärten in der Regel ausreichend.

Bei 2WD-Mährobotern übernehmen die Hinterräder den Antrieb, die Vorderräder sind freilaufende Lenkräder. Das ist die häufigste Antriebsform in der Mittelklasse und je nach Modell bis ca. 35 % (Gardena smart SILENO City 600) oder bis 45 % Steigung geeignet — ECOVACS GOAT O600 RTK zeigt, dass 2WD technisch bis 45 % tragen kann. Auf trockenem, gut gepflegtem Rasen ist der Unterschied zu AWD kaum spürbar; auf feuchter, bemooster oder mit Laub bedeckter Fläche sinkt die Traktion messbar. Wer einen überwiegend flachen Garten hat, zahlt mit AWD unnötig mehr. Die Herstellerangabe zur Steigungsleistung gilt immer für optimale Bedingungen — bei Nässe und Moos sollte man in der Kalkulation 5–10 Prozentpunkte Sicherheitsreserve einplanen.

Steigungsleistung

Antrieb

Der maximale Neigungswinkel laut Hersteller — immer unter Idealbedingungen gemessen, im Alltag entsprechend Puffer einplanen.

Die Steigungsleistung wird in Grad (°) oder Prozent (%) angegeben und beschreibt den maximalen Hang, den der Roboter noch sicher auf- und abfahren kann. Wichtig: Herstellerangaben gelten für trockenen, kurzgeschnittenen Standardrasen ohne Hindernisse. Nasser Rasen, Moos, Laub oder spiegelglatter Untergrund reduzieren die erreichbare Steigung spürbar — im Zweifel 5–10° abziehen. Die Umrechnung: 17° ≈ 30 %, 24° ≈ 45 %, 30° ≈ 58 %, 39° ≈ 80 %. Der kaufentscheidende Wert ist nicht die Durchschnittssteigung im Garten, sondern der steilste Einzelabschnitt — den sollte man mit einer App oder einem Neigungsmesser vor dem Kauf messen.

Mähtechnik

Schnittbreite, Schnitthöhe und Flächenleistung bestimmen, wie viele Stunden pro Woche der Roboter mähen muss — und ob er mit der vorhandenen Gartengröße überhaupt mitkommt. Diese Kennzahlen stehen auf jedem Datenblatt, werden aber selten richtig miteinander verrechnet.

Schnittbreite

Mähtechnik

Die Breite, die der Messerteller pro Überfahrt mäht — direkt proportional zur Flächenleistung.

Die Schnittbreite gibt an, wie viel Rasenbreite ein Mähroboter pro Fahrspur abdeckt. Typische Werte bei Premiummodellen: 22–30 cm. Eine breitere Schnittbreite bedeutet bei gleicher Fahrgeschwindigkeit proportional mehr abgemähte Fläche pro Stunde — bei gleicher Akkukapazität also entweder mehr Fläche pro Ladung oder weniger Ladezyklen pro Woche. Beim Vergleich von Modellen für große Gärten sollte die Schnittbreite zusammen mit der angegebenen Flächenleistung betrachtet werden: Nur die Kombination beider Werte zeigt, ob der Roboter die vorhandene Rasenfläche in der verfügbaren Mähzeit pro Woche schafft.

Schnitthöhe

Mähtechnik

Die einstellbare Höhe, in der das Gras geschnitten wird — zu kurz mähen stresst den Rasen, besonders im Sommer.

Die Schnitthöhe ist bei den meisten Mährobotern stufenlos oder in Stufen einstellbar, typischerweise zwischen 20 und 60 mm. Für Standardrasen empfehlen Agrartechniker 35–50 mm; unter 25 mm zieht das Gras zu wenig Energie aus dem Licht und trocknet bei Hitze schneller aus. Die Einstellung sollte saisonal angepasst werden: im Frühjahr und Herbst kürzer (30–40 mm), im Hochsommer höher (45–55 mm). Viele Modelle erlauben die Höhenverstellung per App; bei günstigeren Modellen wie dem Gardena smart SILENO City 600 gibt es einen manuellen Drehknopf direkt am Gerät. Für Schattenrasen unter Bäumen grundsätzlich höher mähen — Lichtmangel macht das Gras ohnehin weniger wüchsig.

Flächenleistung

Mähtechnik

Wie viel Quadratmeter Rasen der Roboter pro Woche maximal bewältigt — der ehrlichste Maßstab für die Modellauswahl nach Gartengröße.

Die Flächenleistung (angegeben in m²) beschreibt, wie viel Rasenfläche ein Mähroboter bei täglichem Betrieb innerhalb einer Woche vollständig mähen kann. Hersteller berechnen diesen Wert auf Basis von Akkukapazität, Schnittbreite, Fahrgeschwindigkeit und angenommener Mähzeit pro Tag — die Angabe gilt für offene, flache Flächen ohne Hindernisse. Als Faustformel für die Praxis: Bei einer Rasenfläche bis 80 % der angegebenen Flächenleistung läuft der Roboter entspannt; bei 90–100 % muss er täglich nahezu die gesamte Laufzeit mähen. Steigungen, viele Hindernisse und kurze Tage im Frühjahr oder Herbst reduzieren die praktisch erreichbare Flächenleistung — ein Sicherheitspuffer von 20–30 % ist bei der Modellauswahl sinnvoll.

Mulchmähen

Mähtechnik

Das Grasschnittgut wird sehr fein zerkleinert und als natürlicher Dünger in die Rasenfläche zurückgeführt — kein Fangkorb, kein Abfall.

Alle handelsüblichen Mähroboter arbeiten nach dem Mulchprinzip: Der Messerteller schneidet das Gras in sehr feine Partikel (1–3 mm), die zwischen die Grashalme fallen und dort verrotten — ohne sichtbaren Grünabfall auf der Oberfläche. Das hat zwei Vorteile: kein Leerungsaufwand und ein kontinuierlicher Nährstoffrückfluss, der den Rasen düngt. Das setzt jedoch voraus, dass der Roboter häufig mäht: Bei zu langen Mähpausen entstehen größere Halmschnipsel, die auf der Rasenoberfläche liegenbleiben und den Rasen ersticken können. Täglicher oder zumindest jeden-zweiten-Tag-Betrieb ist für Mähroboter keine Luxusoption, sondern rasentechnisch die richtige Betriebsweise.

Mähroboter nach Regen an der Ladestation mit Smartphone und dezenten Sensorsignalen

Schutz & Betrieb

Sensoren, IP-Schutz und App-Steuerung bestimmen den Alltag nach dem Kauf.

Sicherheit

Lift- und Kippsensoren sind keine Bonusausstattung — sie sind gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsmechanismen. Wer die Funktionsweise kennt, versteht auch, warum Mähroboter auf Flächen mit Kindern und Haustieren ein Thema sind, das aktiv beachtet werden muss.

Lift-Sensor

Sicherheit

Erkennt, wenn der Mähroboter angehoben wird, und stoppt das Messer sofort — gesetzlich vorgeschrieben.

Der Lift-Sensor registriert über einen Neigungsmesser oder Kontaktsensor, wenn der Roboter vom Boden abgehoben wird — zum Beispiel von einem Kind oder einem Tier. Bei Auslösung stoppt das Messer innerhalb von Millisekunden, bevor jemand in Kontakt mit dem rotierenden Messerteller kommt. Diese Funktion ist in der EU für alle Mähroboter gesetzlich vorgeschrieben (EN 60335-2-107). In der Praxis empfiehlt sich ein Test nach der Inbetriebnahme: Den Roboter bei laufendem Betrieb leicht anheben — das Messer muss sofort stoppen. Falls nicht, sollte das Gerät umgehend reklamiert werden.

Kippsensor

Sicherheit

Stoppt das Messer bei starker Seitwärtsneigung — schützt vor Unfällen an Böschungen und Absätzen.

Der Kippsensor reagiert auf eine seitliche Neigung jenseits eines definierten Grenzwerts und deaktiviert das Messer sofort. Er greift in Situationen, in denen der Roboter nicht vollständig abhebt, aber durch eine Böschungskante oder einen Absatz kippt. Manche Modelle fahren bei Auslösung aktiv zurück, andere stoppen vollständig und warten auf manuelle Freigabe per App. Der Kippsensor ergänzt den Lift-Sensor für Szenarien, die an steilen Randstreifen oder Absätzen auftreten — beide Mechanismen zusammen bilden die sicherheitstechnische Grundlage bei Geräten mit rotierenden Messern.

Regensensor

Sicherheit

Erkennt Regen und schickt den Roboter eigenständig zur Ladestation — schützt Rasen vor Schäden durch Mähen bei Nässe.

Der Regensensor (meist ein feuchtigkeitssensitiver Widerstandssensor auf der Oberseite des Geräts) registriert Regen und aktiviert automatisch die Rückkehr zur Ladestation. Das hat zwei Gründe: Erstens hinterlässt ein Mähroboter auf nassem Boden Reifenspuren und schädigt die Grasnarbe; zweitens erhöht nasser Rasen den Schlupf und verschlechtert die Navigationsgenauigkeit. Nach dem Regen wartet der Roboter eine konfigurierbare Trocknungszeit (typisch: 1–3 Stunden) bevor er die Arbeit fortsetzt. Manche Modelle erlauben es, den Regensensor in der App zu deaktivieren — zum Beispiel für leichten Nieselregen in wenig sensiblen Gärten.

Schutzklasse

IP-Schutzklassen folgen einem festen Schema: Die erste Ziffer steht für Staubschutz, die zweite für Wasserschutz. Für Mähroboter ist vor allem die Wasserschutzklasse relevant — sie entscheidet, ob das Gerät einen Regenguss und normale Gartenarbeit unbeschadet übersteht.

IPIngress Protection — Schutzklassen-Norm

Schutzklasse

Internationale Norm für Schutz gegen Staub und Wasser — zwei Ziffern, zwei unabhängige Aussagen.

IP steht für "Ingress Protection" und folgt der Norm IEC 60529. Die erste Ziffer beschreibt den Staubschutz (0 = kein Schutz, 6 = vollständig staubdicht), die zweite den Wasserschutz (0 = kein Schutz, 7 = Untertauchen bis 1 m für 30 Minuten). Steht ein X an einer Stelle (z. B. IPX6), wurde diese Kategorie nicht zertifiziert — was nicht bedeutet, dass kein Schutz vorhanden ist, aber es fehlt die offizielle Zertifizierung. Wichtig bei Mährobotern: Die IP-Angabe bezieht sich oft nur auf das Gehäuse — Stecker, Ladekontakte und Unterseite können abweichende Schutzgrade haben. Kein Hersteller empfiehlt das Reinigen mit einem Hochdruckreiniger, auch nicht bei IP67.

IP66 / IP67

Schutzklasse

Die zwei häufigsten Schutzklassen bei Qualitäts-Mährobotern — beide für Regeneinsatz geeignet, IP67 mit zusätzlichem Untertauchschutz.

IP66 bedeutet: vollständig staubdicht und geschützt gegen starken Wasserstrahl aus beliebiger Richtung — Regen, Spritzwasser und nasse Rasenbereiche sind kein Problem. IP67 geht eine Stufe weiter und zertifiziert zusätzlich das vollständige Untertauchen bis 1 m Tiefe für 30 Minuten. Für Mähroboter ist IP66 der Praxisstandard für alle normalen Wetterbedingungen. Der Unterschied zwischen IP66 und IP67 ist im Gartenbetrieb kaum relevant — es sei denn, der Roboter soll auf Rasen eingesetzt werden, der nach starken Regenfällen zeitweise unter Wasser steht. IPX6 (ohne erste Ziffer) hat keinen Staubschutznachweis, bietet aber denselben Wasserstrahlschutz wie IP66.

Setup & Betrieb

Einrichtung, Kartierung und App-Steuerung bestimmen maßgeblich, wie komfortabel der Alltag mit einem Mähroboter tatsächlich ist — jenseits der technischen Spezifikationen auf dem Datenblatt. Vor allem die Qualität der Kartierungssoftware und die Konnektivität entscheiden, ob die Einrichtung in zwei Stunden erledigt ist oder zum wochenlangen Frustprojekt wird.

Begrenzungskabel

Setup & Betrieb

Ein im Rasen verlegtes Kabel, das die Mähfläche markiert — bei kabellosen RTK/LiDAR-Modellen nicht benötigt.

Das Begrenzungskabel ist ein dünner, isolierter Draht, der die Grenzen der Mähfläche markiert. Es wird einmalig auf dem Rasen befestigt (Erdnägel) oder leicht eingegraben und sendet ein Niederfrequenzsignal, das der Roboter als Grenze erkennt. Die Verlegung dauert je nach Gartenkomplexität 1–3 Stunden und ist in der Praxis der häufigste Kritikpunkt bei kabelgebundenen Modellen — besonders bei verwachsenen Gärten mit vielen Hindernissen und Inseln. Kabellose Modelle (RTK, LiDAR) brauchen kein Begrenzungskabel: Die Grenzen werden digital per App kartiert. Gardena smart SILENO City 600 ist das einzige Modell im aktuellen Startsortiment, das noch mit Begrenzungskabel arbeitet.

Digitale Kartierung

Setup & Betrieb

Die App-basierte Einrichtung von Mähzonen, Sperrzonen und Fahrtrouten — ersetzt bei kabellosen Modellen das Begrenzungskabel vollständig.

Kabellose Mähroboter erstellen beim ersten Einrichten eine digitale Karte des Gartens — entweder durch eine manuelle Abfahrt der Grenzen (Teach-in per Fernsteuerung oder Handführung) oder per Satellitenkarte in der App. In dieser Karte werden Mähzonen, Sperrzonen (z. B. Blumenbeete, Sandkästen), Startpositionen und bevorzugte Fahrtrouten eingetragen. Die Karte bleibt dauerhaft gespeichert; Änderungen können jederzeit per App vorgenommen werden, ohne erneute Kalibrierung. Die Qualität der Kartierungssoftware variiert stark zwischen Herstellern — manche Apps erlauben pixelgenaue Zoneneinteilung, andere nur grobe Rechtecke.

Multi-Zonen-Management

Setup & Betrieb

Gleichzeitiges Verwalten mehrerer getrennter Rasenflächen in einer App — ideal für Gärten mit Vorderrasen, Hinterrasen oder separierten Bereichen.

Multi-Zonen-Management erlaubt, mehrere voneinander getrennte Rasenbereiche in einer einzigen Karte zu verwalten — mit individuellen Mähplänen, Schnitthöhen und Prioritäten pro Zone. Der Roboter fährt eigenständig zwischen den Zonen, wenn Verbindungspfade definiert sind, oder wird manuell in die nächste Zone versetzt. Für Gärten mit Vorderrasen, Hinterrasen und separaten Nebenflächen ist Multi-Zonen die entscheidende Funktion gegenüber einfacheren Modellen. Nicht alle Modelle unterstützen echtes Multi-Zonen-Management: Manche erlauben nur eine Zone mit Ausschlussgebieten — was bei vollständig getrennten Rasenbereichen ohne direkte Verbindung nicht ausreicht.

App-Steuerung & Konnektivität

Setup & Betrieb

Die Smartphone-App als zentrale Steuerzentrale — für Mähpläne, Kartierung, Fernstart und Diagnosedaten.

Alle modernen kabellosen Mähroboter werden über eine Hersteller-App gesteuert. Die Verbindung erfolgt entweder per WLAN (im Heimnetz, wenn der Roboter in Reichweite des Routers ist) oder über Mobilfunk (4G-Modul im Gerät, wie bei MAMMOTION LUBA mini AWD 800 mit iNavi). WLAN-basierte Modelle sind nur steuerbar, solange Roboter und Smartphone im selben Netzwerk sind — bei fehlender WLAN-Abdeckung am Gartenrand können Verbindungsprobleme auftreten. 4G-fähige Modelle funktionieren ortsunabhängig, auch wenn man nicht zu Hause ist. Die App-Qualität variiert stark zwischen Herstellern — Kartierungskomfort, Mähplanung und Diagnosedaten sind nicht standardisiert.

iNavi4G-Konnektivitätsdienst von MAMMOTION

Setup & Betrieb

MAMMOTIONs proprietärer 4G-Dienst für Network RTK und ortsunabhängige App-Steuerung.

iNavi ist der interne Konnektivitätsdienst von MAMMOTION. Über ein eingebautes 4G-Modul empfängt der Roboter Network RTK-Korrektursignale für präzise Navigation und bleibt gleichzeitig immer mit der App verbunden — unabhängig davon, ob WLAN im Garten vorhanden ist. Für Gärten ohne zuverlässige WLAN-Abdeckung oder bei häufiger Remote-Steuerung von unterwegs ist das ein spürbarer praktischer Vorteil gegenüber WLAN-only-Modellen. Servicebedingungen und eventuelle Kosten je Modell und Region vor dem Kauf prüfen.

Mehr zu den Modellen

Technik in der Praxis sehen

Die Vergleichsseite zeigt alle aktuellen Modelle mit ihrer Navigationstechnologie und den wichtigsten Technikkennzahlen nebeneinander.